Ihr gefiel sein Foto von vor fünf Jahren. Er antwortete mit einem Smiley. Einen Monat später trafen sie sich heimlich in einem Hotel.
„Digitales Flirten ist ein langsam wirkendes Gift“, sagt Dr. Sherry Turkle vom MIT, die seit zehn Jahren Cyber-Untreue erforscht.
Bei ihrer Recherche für das Wall Street Journal stellte sie fest, dass 63 % der Paare Liebe für „unschuldig“ halten, aber 41 % der Scheidungen mit dem Kommentar „Du siehst toll aus!“ beginnen. unter dem Foto.

Warum ist es gefährlich?
Die Neuropsychologin Judy Ho erklärt: „Ein Like aktiviert den Belohnungsbereich des Gehirns. Die Person bekommt eine Dosis Dopamin und will mehr.
Es ist wie bei Chips: Eine macht nicht satt, aber nach der ganzen Packung verspürt man ein schlechtes Gewissen.“
Nicht jeder flirtet bewusst
Die Psychologin Ramani Durvasula in ihrem Buch „Should I Stay or Should I Go?“ schreibt: „Viele Menschen empfinden soziale Netzwerke als ein Spiel. Sie haben nicht vor, zu betrügen, aber die Algorithmen treiben sie an den Rand.“
Was zu tun
1. Die Methode „Digitale Transparenz“ hilft. Der Entwickler der Couply-App, Dan Egan, empfiehlt, Ihre Abonnements gemeinsam zu prüfen.
Legen Sie eine Regel fest: Keine Likes für halbnackte Fotos. Fragen Sie Ihren Partner, was ihn anzieht.
Die Psychotherapeutin Emily Nagoski warnt, dass Einschränkungen zu Rebellion führen. Eine einfache Frage danach, wie sich ein Partner fühlt, wenn ihm das Foto einer anderen Person gefällt, kann eine Ehe retten.
2. Eine weitere Methode ist „Digital Detox“.
Schalten Sie Benachrichtigungen am Wochenende aus. Eine Studie der Universität Cambridge ergab, dass Paare, die 48 Stunden ohne soziale Medien verbringen, 30 % seltener wegen Eifersucht streiten.
Es gibt aber auch eine Kehrseite. Nach dem Löschen aller Anwendungen beginnt der Partner möglicherweise, das Telefon nach „versteckten“ Konten zu durchsuchen, was jedoch bereits ein Zeichen von Misstrauen ist.