Bei der Erschließung eines neuen Grundstücks oder der Durchführung umfangreicher Landschaftsbauarbeiten sind viele Eigentümer bestrebt, die nach der Baumfällung verbleibenden Baumstümpfe möglichst schnell zu entfernen.
Am einfachsten ist es, spezielle Ausrüstung zu bestellen, mit der die Aufgabe innerhalb weniger Stunden erledigt ist.
Allerdings hat dieses Verfahren einen erheblichen Nachteil: Die Räder der Bagger oder Traktoren hinterlassen tiefe Spurrillen und die oberste Erdschicht wird stark beschädigt.

Wenn das Gebiet noch nicht verbessert wurde, ist dies nicht kritisch, aber in einem verbesserten Gebiet können solche Folgen zu einem Problem werden.
Bei einer Fläche mit vorgefertigter Gestaltung ist die Entscheidung zur Baumstumpfentfernung deutlich schwieriger. Hier ist es wichtig zu überlegen: Ist die Entfernung wirklich notwendig?
Es stellt sich heraus, dass Holzabfälle einen praktischen Nutzen haben und zu einem Element der Landschaftsgestaltung werden können.
So lässt sich beispielsweise aus einem Baumstumpf ganz einfach ein originelles Blumenbeet gestalten. Dazu wird der Kern ausgegraben, mit Nährboden aufgefüllt und mit Blumen, Kräutern oder auch Erdbeeren bepflanzt.
Eine weitere nicht standardmäßige Möglichkeit besteht darin, einen Baumstumpf zum Pilzanbau zu verwenden.
Es genügt, dem Holz Austernpilz- oder Hallimaschmyzel beizufügen und schon nach wenigen Monaten kann geerntet werden. Das wachsende Myzel zerstört nach und nach die Struktur des Baumes und verwandelt ihn in Staub. Dieser Vorgang dauert etwa fünf Jahre, danach ist vom Stumpf keine Spur mehr zu sehen.
Außer der Ästhetik und Zweckmäßigkeit kann die Erhaltung von Baumstümpfen auch Vorteile für die Umwelt haben.
Verrottendes Holz wird zum Lebensraum für Insekten, die an der Bildung der Bodenschicht beteiligt sind.
Mit der Zeit verwandelt sich der Stumpf in einen natürlichen Dünger und reichert den Boden mit organischen Stoffen an.
Natürlich gibt es Situationen, in denen eine Entfernung notwendig ist. Zum Beispiel, wenn der Stumpf von Krankheiten befallen ist, die andere Pflanzen bedrohen, oder wenn er die Verlegung von Kommunikationsverbindungen behindert.
Doch bevor Sie zur Axt greifen oder Geräte anfordern, lohnt es sich, das Potenzial des alten Baumes einzuschätzen. Nicht alle Baumstümpfe sollten als Feinde der Landschaft betrachtet werden. Manchmal werden sie zu dessen Highlight.